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29.05.2014 17:11

Antonio Rosetti: Missa in g (RWV H 13) für Chor und Soli SATB, 2 Trp., Streicher, Bc

Partitur und Stimmen

Partitur und Stimmen

Rosetti hatte in Wallerstein keine eigentlichen kirchenmusikalischen Aufgaben zu erfüllen. Sein Hauptauftrag bestand in der Abfassung instrumentaler Musik; seine Sinfonien und Bläsermusiken fanden weithin Aufmerksamkeit. Wir wissen aber aus schriftlichen Äußerungen, dass ihm erlaubt war, auswärtige Aufträge anzunehmen, um sein schmales Salär aufzubessern und in diesem Kontext ist vermutlich auch die vorliegende Messe RWV H 13 entstanden. Erst nach der Übersiedlung vom katholischen Wallerstein in das protestantische Ludwigslust an den Hof des Herzogs Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin (1756–1837) im Jahr 1789 zählte die geistliche, deutschsprachige Musik zu Rosettis Hauptaufgaben, und hier entstanden die letzten, großen Werke in den Gattungen Oratorium und Kantate. Neben diesen gesicherten Werken (zwei Oratorien, eine große Kantate, sowie einige kleinere Gelegenheitskompositionen) sind weitere unter dem Namen Rosettis überlieferte Werke bekannt, darunter auch die Messe RWV H 13. Allerdings hat sich für keine dieser Messen und Requien, der kleinen Kantaten und einzelnen Arien ein Autograph des Komponisten erhalten.

Mit der Messe H 13 liegt erstmals seit 1785 ein Vokalwerk des Komponisten im Druck vor.

Rezensionen

Forum Kirchenmusik II 2014

"[...] spritzige Klassik voller Kontraste in Dynamik und Affekt, wunderbar lyrische "cantabile"-Sätze der Solisten (namentlich ein berückendes [...] Duett zwischen Sopran und Tenor im "Gratias agimus tibi") mit virtuoser und gezielt dosierter Streicherfiguration.

Dieses Stück verdient eine eindeutige Empfehlung. Sowohl für einen großen musikalisch gestalteten Gottesdienst als auch für ein Konzert findet man eine interessante Musik, die auch abseits der großen bekannten Literatur viel hergibt und sich mit Sicherheit ihren Platz im Repertoire erobern wird."

Mathias Michaely

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